Staatsschutz – Treuepflicht – Berufsverbot

(K)EIN VERGESSENES KAPITEL DER WESTDEUTSCHEN GESCHICHTE

Oktober 1969: „Mehr Demokratie wagen“, lautete das Motto der Regierungserklärung von Willy Brandt, dem ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Januar 1972: Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Brandt unterzeichneten den sogenannten Radikalenerlass. „Verfassungsfeinde“ sollten aus dem öffentlichen Dienst – Verwaltung, Polizei, Schulen und Hochschulen – entfernt bzw. gar nicht erst eingestellt werden. Vor allem CDU/CSU setzten die sozialliberale Koalition unter Druck und warnten vor dem „Marsch durch die Institutionen“ (Rudi Dutschke), vor der „Unterwanderung durch Extremisten“.

Der Staat griff auf Erkenntnisse der Verfassungsschutzämter zurück. Bundesweit wurden insgesamt 3,5 Millionen Personen überprüft, 1.250 überwiegend linksorientierte LehrerInnen und HochschullehrerInnen nicht eingestellt und rund 260 Personen aus dem Staatsdienst entlassen. Allein zwischen Januar 1973 und Juni 1975 wurden in Bremen 20.100 Anfragen an den Verfassungsschutz gestellt; 15 BewerberInnen wurden wegen „mangelnder Gewähr der Verfassungstreue“ abgelehnt.

Bespitzelung und Regelanfragen verunsicherten insbesondere viele junge Menschen. Diese Praxis führte auch zu zahlreichen Protesten aus dem Ausland. In (inter)nationalen Medien war das heute fast vergessene Kapitel westdeutscher Geschichte jahrelang präsent.

Im Mittelpunkt der szenischen Lesung mit der bremer shakespeare company stehen die Umsetzung des Radikalenbeschlusses in Bremen und die Folgen für die Betroffenen.

Es lesen: Peter Lüchinger, Erik Roßbander, Elias Simon und Erika Spalke.

Webseite im Aufbau

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Das Projektteam

Auf dem österreichischen Zeitgeschichtetag 2016 in Graz

„Zeitgeschichte: öffentlich“ – Unter diesem Motto wendet sich der Open Space auf dem österreichischen Zeitgeschichtetag in Graz 2016 zum ersten Mal mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Projektvorstellungen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Büchertischen und Installationen ausdrücklich an die interessierte Öffentlichkeit. Und wir sind dabei! Am Samstag, den 11. Juni präsentiert Projektleiterin Dr. Eva Schöck-Quinteros jenseits des klassischen Konferenzvortrags die Projektreihe und unsere Arbeitsweise. Zusammen mit Regisseur Clemens Bechtel, bekannt vor allem für seine Inszenierungen zu aktuellen politischen Themen, diskutieren wir, wie Geschichte mit Mitteln des Theaters vermittelt werden kann und welchen Chancen und Risiken das moderne Dokumentartheater birgt.

Der Open Space soll die Öffentlichkeit ansprechen und allen Interessierten unterschiedlichste Formate der Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte öffnen. Parallel zu unserer Diskussion werden beispielsweise in Dauerschleife Ausschnitte der szenischen Lesungen „Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht“ – Margarete Ries. Vom „asozialen“ Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz sowie Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben – „Lästige Ausländer“ in der Weimarer Republik gezeigt.

Der österreichische Zeitgeschichtetag ist eine internationale Tagung für ZeithistorikerInnen, die im zweijährigen Rhythmus stattfindet. 2016 findet die Konferenz unter dem Titel KONSTRUKTIVE UNRUHE vom 9. bis 11. Juni 2016 an der Karl-Franzens-Universität in Graz statt.

Das vollständige Programm des Zeitgeschichtetages finden Sie auf http://zeitgeschichtetag.uni-graz.at/de/programm/

PREMIERE: Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben – »Lästige Ausländer« in der Weimarer Republik

Der Flüchtlingsbewegung aus Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg begegnen weite Teile der deutschen Politik und Gesellschaft ablehnend – auch in Bremen. Forderungen nach Schließung der Grenzen, nach Abschiebung von Flüchtlingen oder Einrichtung von Internierungslagern werden immer lauter, das Reden über »Ausländerflut«, »Überfremdung« und »lästige Ausländer« ist weit verbreitet. Wer ist »nützlich« und darf bleiben, wer ist »lästig« und muss gehen? Diese Zuschreibungen entscheiden über die Zukunft der Geflüchteten.
Die Lesung präsentiert Dokumente, die einen Einblick vermitteln in die Debatte über die Zuwanderung aus Osteuropa. Sie zeigen, wie der Bremer Senat Ausweisungen und Abschiebungen von Geflüchteten praktiziert hat. Auch der Umgang mit den russisch-jüdischen Familien, die Ende 1923 in der Hansestadt strandeten, als die USA die Erfüllung der Quote für solche ImmigrantInnen verkündeten, wird dokumentiert.

Die szenische Lesung ist bereits das neunte gemeinsame Projekt der Universität Bremen mit der bremer shakespeare company. Seit 2007 haben mehr als 10.000 ZuschauerInnen eine Aufführung von Aus den Akten auf die Bühne besucht. Die ursprünglich für den Hochschulwettbewerb „Geist begeistert“ entwickelte Kooperation zwischen Geschichtswissenschaft und Theater ist seitdem zu einem bekannten Markenzeichen in Bremen und für die Universität Bremen geworden.

Dieses Projekt ist Teil einer Kooperation der Universitäten Bremen, Hamburg und Heidelberg, an denen Geschichtsstudierende unter der Leitung von Dr. Eva Schöck-Quinteros (Bremen/Hamburg) und Nils Steffen (Heidelberg) den Umgang von Politik und Gesellschaft mit MigrantInnen in der Zeit der ersten deutschen Demokratie untersuchen und ihre Ergebnisse zusammen mit der bremer shakespeare company und der Theaterwerkstatt Heidelberg auf die Bühne bringen.

Termine:
26. Mai 2016 (Premiere)
weitere Termine folgen im Herbst 2016

PLAKAT

Aus den Akten… in die Schulen!

Seit 2007 haben viele Schulklassen eine szenische Lesung des Projekts „Aus den Akten auf die Bühne“, einer Kooperation zwischen der Universität Bremen und der bremer shakespeare company (bsc), besucht. Die Lesungen zu zentralen Themen des 20. Jahrhunderts haben durch ihren regionalgeschichtlichen Schwerpunkt auch einen Bezug zu der Lebenswelt der jugendlichen Zuschauer und Zuschauerinnen und führen oft zu lebhaften Diskussionen.

Aus den Akten auf die Bühne verfügt über eine umfangreiche Sammlung digitalisierter Quellen und Abschriften aus verschiedenen Archiven und bietet dieses Material ebenso wie Workshops für Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen an. Seit einem knappen Jahr fördern die Stiftungen die schwelle, die Sparkasse Bremen, die Uni-Freunde und das Lidice-Haus mit einer Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin den Transfer von Aus den Akten auf die Bühne in die Schulen.

Weitere Informationen zu unseren Angeboten finden Sie unter Aus den Akten… @school!

Workshop am 29. Mai 2015

Die Projektreihe „Aus den Akten auf die Bühne“ veranstaltet am 29. Mai 2015 einen Workshop zur Frage: Wie inszeniert man historische Quellen auf der Bühne? Antworten auf diese Frage wollen Dr. Eva Schöck-Quinteros (Historikerin, Universität Bremen) und Peter Lüchinger (Regisseur, bremer shakespeare company) gemeinsam mit Studierenden und jungen WissenschaftlerInnen entwickeln.

Anlass ist die Gründung einer Nachwuchsgruppe innerhalb der AG Angewandte Geschichte / Public History im Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD). In dieser Nachwuchsgruppe engagieren sich Studierende und Young Professionals aus ganz Deutschland, die sich für Themen der Geschichtsvermittlung interessieren. Ihr erster Workshop findet nun in Bremen statt.

Studierende, die sich für die Arbeit der AG interessiert und vielleicht sogar mitarbeiten möchte, findet weitere Informationen auf der Seite des VHD oder im Gespräch mit Nils Steffen, der die Bremer Gruppe betreut und sich über interessierte neue Gesichter freut. Kontakt und Anmeldung zum Workshop (bis zum 15. Mai): Nils Steffen, nils.steffen @ uni-bremen.de

Die Einladung als PDF zum Download finden Sie hier: PDF.

Förderung durch die Stiftung EVZ

„Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht“ – Margarete Ries: Vom ‚asozialen’ Häftling zum Kapo in Auschwitz – dieses Projekt haben wir seit 2012 immer wieder auf die Bühne gebracht. Insbesondere das Spannungsfeld zwischen Täter- und Opfersein im Nationalsozialismus hat viele unserer ZuschauerInnen interessiert und nachdenklich gemacht. Auch viele Schulklassen haben die Gelegenheit genutzt, um sich auf diese Weise mit einem Kapitel der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Eine rund zweistündige Lesung ist für SchülerInnen jedoch eine besondere Herausforderung, da ihnen häufig noch Hintergrundinformationen fehlen und ihnen das Format besondere Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangen. Dennoch ist es uns besonders wichtig, dass unsere Projekte sich nicht nur an ein historisch gebildetes Publikum richten. Aus diesem Grund haben wir uns die Frage gestellt: Wie können wir die historischen Quellen im Fall Ries mit Mitteln der Geschichtswissenschaft und des Theaters explizit für SchülerInnen aufarbeiten?

Bei der Beantwortung dieser Frage werden wir nun von der Stiftung EVZ (Erinnerung, Verantwortung, Zukunft) unterstützt. Der Antrag der bremer shakespeare company (bsc), die Lesung für Jugendliche zu bearbeiten und an Jugendliche zu vermitteln, gehört zu den zehn von der Stiftung EVZ geförderten Projekten im Rahmen der Ausschreibung „Theaterprojekte mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialimus“ gehört. Wir freuen uns sehr!

Peter Lüchinger (bsc) entwickelt verschiedene Kurzfassungen der Lesung für die Aufführungen an Schulen und theaterpädagogische Workshops zu den Themen der Lesung. Eva Schöck-Quinteros und Anna Mamzer entwickeln Workshops, in denen die Jugendlichen sich unter unserer Anleitung anhand der Quellen intensiv mit Themen der Lesung (z.B. Entnazifizierung, Hierarchie in KZs, marginalisierte Häftlingsgruppen am Beispiel der „Asozialen“, Opfer-Täterproblematik am Beispiel der Funktionshäftlinge usw.) auseinandersetzen.

Nun wird auch die DVD zur szenischen Lesung erscheinen: Die Arbeit an einer Doppel-DVD mit Langfassung, Kurzfassung und zwei Trailern ist bereits abgeschlossen. Wir bedanken uns besonders bei dem Kameramann Henry Fried, der die verschiedenen Fassungen aufgezeichnet und geschnitten hat. Bald soll darüber hinaus eine DVD für LehrerInnen mit Begleitmaterialien zu den Themen der Lesung erscheinen.

Die Einladung der Bremischen Vertretung bei der EU in Brüssel, die Lesung vor geladenen Gästen zu zeigen, verbinden wir in diesem Jahr mit Lesungen und Workhops in der EuropaSchule Laeken und der Internationalen deutschen Schule Brüssel. (4.-5. Mai) Weitere Lesungen und Workshops werden in Kooperation mit dem Gymnasium Horn, dem Gymnasium am Markt in Achim, dem LidiceHaus, dem Landesinstitut für Schule (LIS), der Gedenkstätte Bernburg und dem Alliiertenmuseum Berlin stattfinden. Darüber hinaus wird derzeit Unterrichts- und Quellenmaterial allgemein zum Thema Entnazifizierung in Bremen konzipiert. Als Grundlage dafür dienen die Entnazifizierungsakten aus dem Bremer Staatsarchiv, die das Projekt bereits 2011 auf der Bühne zum Sprechen gebracht hat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Stiftung EVZ: http://www.stiftung-evz.de/handlungsfelder/auseinandersetzung-mit-der-geschichte/bildungsarbeit-mit-zeugnissen.html

Buchbesprechung: Eine Stadt im Krieg

Wieder einmal dürfen wir uns darüber freuen, dass „Aus den Akten auf die Bühne“ nicht nur als historisches Vermittlungsformat betrachtet wird! Alle unsere Projekte basieren auf umfangreichen Rechercheergebnissen, die die Studierenden aus eigenen, kleinen Forschungsprojekten gewonnen haben und in Form von wissenschaftlichen Aufsätzen in unseren Sammelbänden veröffentlichen. Dies war auch bei „Eine Stadt im Krieg: Bremen 1914-1918“ der Fall. Bislang sind Band 1 und Band 3 zum Thema erschienen, die nun Thorsten Logge von der Universität Hamburg umfangreich für H-Soz-Kult besprochen hat.

Darin resümiert Logge u.a.: „Durch die Einzelbeiträge und das bereitgestellte Quellenmaterial werden unterschiedliche Aspekte und Facetten des Krieges und seiner Auswirkungen auf das Leben und den Alltag der Stadtbewohner anschaulich vor Augen geführt. Der Band leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur stadt- und regionalhistorischen Erschließung der Geschichte des Ersten Weltkriegs in Bremen. Ein besonderes Verdienst dieser in wesentlichen Teilen von Studierenden vorgelegten Arbeit liegt jedoch darin, das Großthema Erster Weltkrieg lokal- und alltagshistorisch zu erden und anzubinden und darüber die Totalität des Kriegserlebnisses ausschnittsweise zugänglich zu machen.“

Am Ende seiner Besprechung wünscht sich Logge von uns, dass wir uns in einem der nächsten Bände auch reflektierend zum Format und der damit verbundenen Frage des Umgangs mit der „Authentizität“ äußern: „Die Autorenschaft und narrative Konstruktionsleistung Lüchingers tritt dabei hinter der unstrittigen Echtheit der Quellen zurück und wird gleichsam unsichtbar, auch wenn das Verfahren der Manuskripterstellung in der Einleitung des Bandes transparent ausgewiesen wird. Es wäre erfreulich, wenn in einem der künftigen Begleitbände der hier angelegte Prozess subversiver erinnerungskultureller Geschichtsbildproduktion kritisch reflektiert würde.“

Diesen Impuls nehmen wir sehr gern für die kommenden Projekte auf! Die gesamte Besprechung können Sie hier lesen: http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-23023

Neue Lesung! Prunk und Pleite einer Unternehmerdynastie

Aufstieg und Ende der Bremer Dynastie Lahusen ◦◦◦ Vom Schloss in die Zelle ◦◦◦ Fünf Brüder und eine Pleite ◦◦◦ Das Prunkschloss der bankrotten Wollkönige ◦◦◦ Konkursverbrechen und Betrug ◦◦◦ Bremer Wirtschaftskapitäne im Kreuzfeuer der Kritik ◦◦◦ Ein schwarzer Freitag für die bremische Wirtschaftsehre ◦◦◦ Die Massen der Sparer warteten vergeblich ◦◦◦ Jeder will an sein Konto ◦◦◦ Gewittersturm über Europas Banken ◦◦◦

Mit reißerischen Schlagzeilen beschreibt die Presse im Sommer 1931 den Zustand der Nordwolle. Der Konkurs des größten europäischen Textilkonzerns hat dramatische Folgen nicht nur für
Bremen: Die Banken werden geschlossen, das deutsche Finanzsystem kollabiert, die Wirtschaftskrise spitzt sich zu. Das Ansehen des „Bremer Kaufmanns“ ist auch im Ausland schwer beschädigt.
Anfang 1931 sind die Lahusens auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen. G. Carl Lahusen, Vorstandsvorsitzender des Nordwollekonzerns, ist ein gefeierter „Wirtschaftsführer“ und Präses der Handelskammer Bremen. Er residiert mit seiner Familie auf Gut Hohehorst, das er zu einem schlossähnlichen Herrenhaus hatte umbauen lassen. In der Bremer Innenstadt entsteht ein prunkvolles Verwaltungsgebäude für den Konzern, das heutige Haus des Reichs.
Nur wenige Monate später beginnt der rasante Absturz: Im Juli 1931 verhaftet die Polizei die Brüder G. Carl und Heinz Lahusen. Dies ist der Auftakt zu dem letzten großen Wirtschaftsprozess am Ende der Weimarer Republik. Nach langwierigen Ermittlungen wird das Hauptverfahren erst im August 1933 vor dem Landgericht Bremen eröffnet. Das Gericht verurteilt die Brüder Lahusen  wegen Fälschung der Bilanzen und Veruntreuung durch persön- liche Entnahmen im Dezember 1933 zu Haft- und Geldstrafen.
Im Mittelpunkt der szenischen Lesung stehen Prunk und Pleite der berühmten Unternehmerdynastie und das eng verflochtene Netzwerk aus Wirtschaft und Politik, das bis heute viele Fragen aufwirft. Zum ersten Mal wird auch der bisher unbekannte Weg von G. Carl Lahusen nach seiner Haftentlassung verfolgt, der ihn nach Berlin und 1941 erneut vor Gericht führt.

Termine: 19. Mai 2015 / 29. Mai / 4. Juni / 9. Juni / 22. Juni / 1. Juli (Theater am Leibnizplatz), 2. Juli (Nordwolle Delmenhorst)

Karten: 13 Euro, erm. 6 Euro. Der KVV beginnt in Kürze. Karten gibt es bei der bremer shakeapeare company: www.shakespeare-company.com, 0421/500333 oder im Theater am Leibnizplatz

Auf der Bühne: Briefe aus dem Ersten Weltkrieg

“Wie glücklich müssen wir sein, den Krieg nicht im Lande zu haben!” Feldpost an Pastor Ernst Baars in Vegesack (1914-1918)

Termin: 18. Februar 2015, 19.30 Uhr
Ort: forum Kirche, Hollerallee 75, Bremen

Rund 1.500 Briefe und Karten aus dem Ersten Weltkrieg erreichten Pastor Ernst Baars in Vegesack. In ganz Europa waren seine Gemeindemitglieder als Soldaten an den Fronten oder als Kriegsgefangene in Lagern. Pastor Baars stand über die Feldpost in regem Kontakt zu ihnen. Zurück kamen Danksagungen für Briefe und Geschenke, persönliche Berichte vom Kriegsgeschehen und aus der Gefangenschaft, politische Einschätzungen – und immer wieder die Hoffnung auf Sieg und Frieden. Die bremer shakespeare company bringt ausgewählte Briefe an Pastor Baars auf die Bühne: Sie zeigen die verschiedenen Dimensionen der Kriegswahrnehmung an der Ost- und Westfront zwischen individuellem Erleben und patriotischem Wir-Gefühl.
Die Feldpostsammlung aus dem Archiv des Heimatmuseums Schloss Schönebeck haben Geschichtsstudierende der Universität Bremen in dem Projekt der Reihe „Aus den Akten auf die Bühne“ erschlossen, ausgewählte Briefe transkribiert und erläutert. Die AutorInnen beschäftigten sich für den Begleitband mit vielfältigen Themen: der Biographie von Ernst Baars, dem Medium Feldpost und Bildpostkarte, Propaganda und „Liebesgaben“, Militärseelsorge und Kriegsgefangenschaft.

Weitere Informationen: www.sprechende-akten.de, www.facebook.com/sprechende.akten

Eintritt: 6,-/erm.4,-€ / Karten an der Abendkasse

Mitwirkende: Eva Schöck-Quinteros und Nils Steffen (Institut für Geschichtswissenschaft), Christian Bergmann und Peter Lüchinger (bremer shakespeare company)