„Wenn aus Opfern Täter werden“

„Geschichtsworkshop für Elftklässler über eine KZ-Gefangene, die im Lager selbst Häftlinge misshandelte“

„Wer in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager Gefangene misshandelt, muss dafür verurteilt werden. Muss er? Dass diese Frage manchmal alles andere als einfach zu beantworten ist, erfuhren Schüler der Jahrgangstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums am Freitag bei dem Workshop „Im Lager hat man mich zum Verbrecher gemacht – Die Geschichte von Margarete Ries“.“ Von Matthias Henke
Märkische Online Zeitung vom 15.10.2017 (MOZ.DE)

taz: Ohne Vorhang zu den Tätern

Ohne Vorhang zu den Tätern

SZENISCHE LESUNG Auch für „Im Lager hat man mich zum Verbrecher gemacht“ kooperieren der Fachbereich Geschichte und die Shakespeare Company. Diesmal Original-Schauplatz: der Sitz der Finanzsenatorin

Fünf Tage sind es noch, dann startet das Schiff, die „SS Marine Flasher“, nach New York. Nur für ihre Ausreise ist die KZ-Überlebende Feiga Bergmann nach Bremen gekommen, geht durch den Hauptbahnhof, als sie Margarete Ries wiedererkennt – als Kapo „Gretel“, der sie und die anderen Häftlinge in Auschwitz gefoltert und ihre Schwester getötet hat. Bergmann lässt Ries verhaften.

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Interview im Weser-Kurier

„Es gibt keine guten Menschen“

Spricht man von Tätern des Nationalsozialismus, geht es meist um Männer. Dass auch Frauen schuldig wurden, zeigen Schauspielerinnen und Schauspieler der Bremer Shakespeare Company in der szenischen Lesung „Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht?. Geschichtsstudierende der Uni Bremen haben die Originalakten eines Entnazifizierungsfalls dafür herausgesucht. Angela Neumann sprach mit der Leiterin des Projekts, der Dozentin Eva Schöck-Quinteros, und dem Regisseur und Schauspieler Peter Lüchinger. In Ihrer szenischen Lesung geht es um Margarete Ries, eine junge Frau, die selbst in ein Konzentrationslager eingeliefert und dort zum Kapo, zum Funktionshäftling, ernannt wurde. Wie kann man sich Ries vorstellen?

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