Das Projekt

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben – »Lästige Ausländer« in der Weimarer Republik

Der Flüchtlingsbewegung aus Osteuropa nach dem Ersten Weltkrieg begegnen weite Teile der deutschen Politik und Gesellschaft ablehnend – auch in Bremen. Forderungen nach Schließung der Grenzen, nach Abschiebung von Flüchtlingen oder Einrichtung von Internierungslagern werden immer lauter, das Reden über »Ausländerflut«, »Überfremdung« und »lästige Ausländer« ist weit verbreitet. Wer ist »nützlich« und darf bleiben, wer ist »lästig« und muss gehen? Diese Zuschreibungen entscheiden über die Zukunft der Geflüchteten.
Die Lesung präsentiert Dokumente, die einen Einblick vermitteln in die Debatte über die Zuwanderung aus Osteuropa. Sie zeigen, wie der Bremer Senat Ausweisungen und Abschiebungen von Geflüchteten praktiziert hat. Auch der Umgang mit den russisch-jüdischen Familien, die Ende 1923 in der Hansestadt strandeten, als die USA die Erfüllung der Quote für solche ImmigrantInnen verkündeten, wird dokumentiert.

Die szenische Lesung ist bereits das neunte gemeinsame Projekt der Universität Bremen mit der bremer shakespeare company. Seit 2007 haben mehr als 10.000 ZuschauerInnen eine Aufführung von Aus den Akten auf die Bühne besucht. Die ursprünglich für den Hochschulwettbewerb „Geist begeistert“ entwickelte Kooperation zwischen Geschichtswissenschaft und Theater ist seitdem zu einem bekannten Markenzeichen in Bremen und für die Universität Bremen geworden.

Dieses Projekt ist Teil einer Kooperation der Universitäten Bremen, Hamburg und Heidelberg, an denen Geschichtsstudierende unter der Leitung von Dr. Eva Schöck-Quinteros (Bremen/Hamburg) und Nils Steffen (Heidelberg) den Umgang von Politik und Gesellschaft mit MigrantInnen in der Zeit der ersten deutschen Demokratie untersuchen und ihre Ergebnisse zusammen mit der bremer shakespeare company und der Theaterwerkstatt Heidelberg auf die Bühne bringen.

Termine:
26. Mai 2016 (Premiere)
weitere Termine folgen im Herbst 2016

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